Clarice. Oder: Wie ich zu einem Zebra Mantel kam

Als ich mich Dani mit ins Probenähen geholt hat, wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, was genäht werden soll. Als ich dann den Mantel gesehen hab, hab ich echt große Augen bekommen!150915_Clarice_01

Nicht, dass ich keinen Mantel nähen wollte oder gar Angst vor so einem Projekt hätte – haha, Angst! Ich? Miss Größenwahn doch nicht! 🙂 – nein, vielmehr hatte ich nicht mit einem so zeitaufwendigen Projekt gerechnet. Außerdem hatte ich zu dem Zeitpunkt schon sehr konkrete Mantelvorstellungen. Ich hatte nicht nur einen anderen Schnitt im Auge, nein, ich hab sogar schon den Stoff und alle Zutaten bestellt. Aber es kommt ja immer anders, als man denkt. 😉

Den Zebra-Twill hatte ich nämlich auch schon bestellt – keine Ahnung wofür! Und naja, da dachte ich, dann ist es wohl Fügung, dann nähste eben schnell mal noch einen anderen Mantel vorneweg. 😀

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Falls irgendjemand jemals mit dem Gedanken des Mantelnähens gespielt hat, sich aber bisher nicht getraut hat: Bitteschön, hier ist euer Schnitt! Clarice ist nämlich super für ein Erstlingswerk geeignet.

Erstmal wird er vorne nicht geschlossen, was total modern ist und uns obendrein die Sache echt leicht macht. Keine Knöpfe, keine Reißverschlüsse, gar nichts. Man näht einfach zwei Mäntel und verstürzt sie miteinander oder man näht nur einen Mantel und macht ihn mit Belegen schick. Soweit die Grundversion.

Und mein Designerherz schlägt gleich noch ein bisschen höher, denn die Anleitungen bei Schnittgeflüster erscheinen ab sofort in neuem Glanz mit tollen, cleanen Grafiken.

Nun stellt sich nur noch die Frage, was man denn genau für einen Mantel haben will: Einen ganz leichten Mantel oder einen richtig warmen. Je nachdem sucht man sich seinen Stoff mit mehr oder weniger Stand aus.150915_Clarice_05

Außerdem kann man sich natürlich auch noch fragen, wie viel Zeit man denn in das neue Stück investieren möchte. 😉
Gerade diesen Schnitt kann man problemlos so schnell runternähen wie einen Pullover, denn er hat auch nur 5 Schnittteile – okay, 6, wenn man die Tasche mitzählt. Man kann dieses Projekt aber natürlich auch noch wahnsinnig aufplustern. Und jetzt ratet mal, was ich gemacht hab? 🙂

Ein wenig Mantel-Erfahrung habe ich ja schon, denn zumindest hab ich bereits einen für mich und einen für die Mini-Helena genäht. Meinen ziehe ich leider nur super selten an, denn er ist ziemlich schwer und hält nicht wirklich warm. Er besteht aus einem Wollstoff als Obermaterial und einer Baumwoll-Gabardine als Futter, aber leider habe ich nicht an ein Zwischenfutter für die Wärme gedacht.
Den Fehler hab ich dann bei dem Mädchenmantel korrigiert und ein Vlies miteingearbeitet.150915_Clarice_02

Nachdem ich also hin und her überlegt hab, wollte ich gerne einen Übergangsmantel mit ordentlich Stand, der aber auch etwas wärmt. Ich meine, er geht eh nicht zu, wird es also sowieso nicht in die Wintergarderobe schaffen. 😉

So ein Mantel ist immer ein Special Project, das nähe ich ungern einfach nur schnell zusammen. Da muss ein bisschen Detailtüdel dran. Das fängt ja schon bei den Nähten an, die ich alle noch mal schön mit dickem Garn abgesteppt hab.150915_Clarice_03

Dabei bin ich aber erst mal durchgedreht. Echt ey, ich hab 3 Universalnadeln bereits bei der ersten Naht abgebrochen! Dabei hab ich nur ein bisschen Twill und Volumenvlies unter dem Füßchen gehabt! Ich bin schier verzweifelt und auf eine 100er Jeansnadel gegangen. Krass, oder? Hätte ich nicht gedacht, dass man so harte Geschütze auffahren muss!

Ein Knackpunkt waren bei mir die Ärmel, die hatte ich nämlich erst mal falsch eingesetzt. Volumenlies trennt sich übrigens nur sehr ungern wieder. 😉
Zum Glück hatte ich noch genug Material, um den Ärmel neu zuzuschneiden, denn er wäre sonst echt zu kurz geworden.

Die aufgesetzten Taschen habe ich gegen Eingesetzte ersetzt und sogar mit dem Wedel-W bestickt :). 150915_Clarice_06Außerdem habe ich Innenfutter und Belege genäht. Doppelt hält ja bekanntlich besser. 😀 Nee, im Ernst: Belege finde ich einfach schön bei Jacken, aber hässliche Innen-Nähte soll man ja trotzdem nicht sehen. Also hab ich mich für beides entschieden.150915_Clarice_04

Ich raste auch immer aus, wenn Jacken und Mäntel keine Aufhänge-Schlaufe haben, deswegen musste ich auch hier noch welche nähen.

Ich habe auch kurz über einen Innentasche mit Reißverschluss nachgedacht, aber ganz ehrlich benutze ich Innentaschen eigentlich nie. Meine Manteltaschen sind auch nur für meine Hände gedacht oder höchstens mal ein Taschentuch. Außerdem hatte ich auch ehrlichweise keine Lust mehr und wollte gerne fertig werden. 😉

Alles in allem ist der Mantel ganz überraschend ein echtes Highlight in meiner Herbstgarderobe geworden. Zwischendurch habe ich mich oft gefragt, ob es denn tatsächlich hat sein müssen, mit all den Ziernähten und dem Innenfutter und den Eingriffstaschen. Ob nicht auch die schnelle Version gereicht hätte. Aber nun bin ich echt froh, dass ich die Zeit investiert habe, denn das Ergebnis ist jede Minute wert gewesen.

Wie ist das bei euch? Lieber schnelle Projekte oder lieber etwas mehr Aufwand?

Ich bin gespannt! 🙂

Ach Moment, ich wollte euch ja noch was zeigen! Ich hab am letzten Wochenende eine neue Seite eingebaut, nämlich meine Schnittmusterübersicht. Eigentlich ist das für mich, damit ich mal sehe, was ich so alles im Schrank hab und damit ich vielleicht auch den ein oder anderen schönen Schnitt, den ich schon mal genäht habe, nicht vergesse.
Also, wer stöbern mag ist herzlich eingeladen!

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SHORTS FACTS
Stoff: Twill (Stoff und Stil), Futterstoff (Stoffmarkt)
Schnitt: Clarice (Schnittgeflüster)
Verlinkt: Out now!

Das eBook habe ich zu Testzwecken kostenfrei von Schnittgeflüster zur Verfügung gestellt bekommen.
Schnittgeflüster hatte keinerlei Einfluss auf diesen Post, er spiegelt nur meine persönliche Meinung zum Schnitt wieder.

7 thoughts on “Clarice. Oder: Wie ich zu einem Zebra Mantel kam

  1. 1
    Tüt sagt:

    Was für ein Statement-Mantel! Der wäre mir Musterabgeneigten Trulla ja deutlich zu krass. Den Schnitt allerdings finde ich toll, für mich selbst ist er zwar dank Radfahren und schnell frieren nix, aber er sieht echt super aus!
    Wenn ich was schnelles nähen will, dann nehme ich auch einen Schnitt oder ein Projekt, wo das so sein sollte. Ein Shirt mit zwei Schnittteilen oder sowas 😀 Aber wenn ich eine Jacke nähe, dann will ich die auch gut und schön habe und nehme mir Zeit, sonst ärger ich mich später 😉
    Das mit den Aufhängehaken kann ich voll verstehen!

    • 1.1
      superkatinka sagt:

      Statement-Mantel triffst perfekt! 🙂 Ja, er ist laut und ich brauch auch wirklich mal mehr einfarbige Sachen, sonst wird’s eng mit den Kombinationsmöglichkeiten 😉
      Bei Jacken muss man sich echt Zeit nehmen, da muss man auch gerade wirklich Lust drauf haben. Ich mach jetzt erst mal wieder was Schnelles 🙂
      Liebe Grüße!

  2. 2
    Fröbelina sagt:

    Was ein Stoff, uiuiuiiuiiuiui! Den hätte ich auch genommen! Und ein schöner Mantel isses geworden! Ich finde die vielen Feinheiten an dem Mantel auch besser. Ich mein da kann man ja sagen man ist so pruistisch und so, aber ich finde beim Mantel hörts auf, der darf nicht nach Hallenbad aussehen! 🙂 Also schön gemacht und viel Spaß damit 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

  3. 3

    Total klasse, würde ich genauso tragen

  4. 4

    […] Schnitt parallel (und ich glaube auch ein bisschen spontan ) zum Mantel Clarice, denn ich euch hier schon gezeigt habe. Ihr seht schon, ich rede nur vom „Cardigan“, das Kind hat nämlich […]

  5. 5

    […] ist nur, dass meine erste Version so auffällig ist, dass ich sie fast nicht trage, beziehungsweise tragen […]

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