Ährchenpulli bei +40° C

Es heißt ja  Der Kluge kauft im Sommer seinen Pelz, und ich vernichte eben bei +40° C meine UFOs. 🙂  Ich erzählte ja bereits, dass ich mir ein »Neu-häkel-oder-strick-Verbot« auferlegt habe. Eines der UFOs sollte fertig werden, erst dann »dürfte« ich mit einem neuen Projekt beginnen. Ich weiß nicht worüber ich mich mehr freue — ein neues Projekt beginnen zu können, oder, dass eins der alten fertig ist. Ja, es war teilweise wirklich hart bei der Hitze mit 100% Schurwolle zu stricken, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Tada, darf ich vorstellen: mein Ährchenpulli.

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Das Muster habe ich hier bereits gezeigt und damals schon versprochen die Anleitung dafür zu veröffentlichen. Nun ist es soweit und ich halte mein Versprechen.

An sich ist es ganz einfach. Wenn man es verinnerlicht hat, geht es von alleine 🙂 Man strickt zuerst das Ährchen-Musterteil — ein Rechteck. Das sieht dann so aus:

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In meinem Fall sind es 18 Ähren (oder Zöpfe) mit je 21 Elementen in einer Reihe. (Kleidergröße 38/40 | Körpergröße 176 cm) Um genaue Anzahl der Maschen zu berechnen, rechnet man für das erste Element 6 Maschen und für jedes weitere Element 3 Maschen. (In meinem Fall 21 Elemente = 1 Element á 6 Maschen + 20 Elemente á 3 Maschen = 66 Maschen).

Also mit 66 Maschen auf den Nadeln (in meinem Fall NS4) strickt man erst erste Reihe glatt rechts und die zweite Reihe links. Dann fängt man mit eigentlichem Muster an:

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Man strickt nur die ersten 6 Maschen 10 Reihen (rechts und links) Bild 1. Die elfte Reihe ist gleichzeitig die erste für das nächste Element — man nimmt 3 Maschen dazu (von der linken Nadel) und strickt wieder nur 6 Maschen (drei vom Element davor und drei neue; dabei bleiben die ersten drei Maschen rechts einfach auf der Nadel ungestrickt). Bild 2 Es werden also pro Element immer nur 6 Maschen á 10 Reihen gestrickt. Bild 3  Jedes neue Element besteht aus drei neuen Maschen (von der linken Nadel) und drei alten (von der rechten) alle übrigen Maschen (links und rechts vom Element) werden noch nicht oder nicht mehr gestrickt — es geht immer nur um die 6 Maschen, die ein Element ausmachen. Es wiederholt sich Bild 4,  bis die Reihe durch ist. Dann ist eine Hälfte der Ähre fertig.

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Nun strickt man wieder eine ganze Reihe nur links und dann nur rechts. Das ist wichtig, damit die Elemente eine Verbindung haben. Macht man das nicht (wie ich es mitten drin gemacht habe, weil es einfach zu lange in der Ecke lag und ich diesen Teil vergaß), so muss man es wieder ärgerlicher Weise wieder ribbeln, da das Muster sonst keinen Halt hat.

Nun brauchen wir den zweiten Teil der Ähre und die Elemente sollten in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Um das hinzubekommen, wendet man das gleiche Prinzip einfach nur von links an. Die erste Reihe des ersten Elements ( und den nachfolgenden) beginnt also links.

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Das Ganze wiederholt sich bis zum Ende der Reihe. Anschließend noch mal eine volle Reihe rechts und eine volle Reihe links stricken. Dann hat man die erste volle Ähre (nur noch 17 :-))

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Nach dem das Ähren-Rechteck fertig ist (in meinem Fall 18 volle Ähren) wird die erste und die letze Ähre  zusammen genäht, so, dass das Rechteck einen Schlauch ergibt.

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Nun ist nur noch eine Kleinigkeit zu tun — unten und oben wird noch ein Bündchen gestrickt. Dabei werden unten links und rechts Öffnungen für die Arme ausgespart. In meinem Fall habe ich zusätzlich je 20 Maschen aufgenommen.

Aehre_08Der Trick, dass es wie eine Glocke aussieht (obwohl es ein Rechteck ist), besteht darin, dass man oben nur ca 8 Maschen pro Ähre fürs Bündchen aufnimmt. Dabei entstehen zwischen den Ähren tropfenförmige Öffnungen, die allerdings beim fertigen Stück nicht weiterhin auffallen. Unten, hingegen, wird die ganze Ähre auseinander gezogen und es werden ca 16 Maschen fürs Bündchen aufgenommen.

 

Ich hoffe, die Beschreibung bringt eine oder andere von Euch etwas weiter, wenn Ihr das Muster wiederholen möchtet.
Es ist wirklich ganz einfach, wenn man es ausprobiert hat. 🙂

 

Allen einen warmen Mittwoch!
Helena

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SHORT FACTS
Effekt-Strickggarn »Maike«:
100% Schurwolle, ca. 105m pro 50 g
Farbe:
77

Verbrauch: 600 g
Nadelstärke: 4,0

About

Hallo! Ich bin Helena und bin 39 Jahre alt. Häkeln und Stricken ist mein neuentdecktes Hobby. Ich zeige Euch hier ein paar meiner Werke und freue mich auf Eure Kommentare. Viel Spaß beim Lesen!

6 thoughts on “Ährchenpulli bei +40° C

  1. 1
    Punktemarie sagt:

    Tolles Teil 🙂 Danke für die Anleitung 🙂 Das Stricken war bestimmt übel bei der Hitze, hat sich aber gelohnt 🙂 Viel Freude damit.

    Liebe Grüße, Brigitte

    • 1.1
      Helena sagt:

      Ja, Brigitte, es war etwas klebrig. Mit nassen Socken oder im kühlen Wassereimer mit den Füßen ging es allerdings gut 😀
      Ganz lieben Gruß

  2. 2
    Jana sagt:

    Wow! Das sieht richtig klasse aus. Toll gemacht!!!

    liebe Grüße
    Jana

  3. 3
    Julia sagt:

    Wirklich sehr schön. Steht dir!

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