{3 Mal Ginger} – Der Testlauf

Ich höre noch mein eigenes Echo. Damals hat mich mal eine Freundin gefragt, ob ich nun alle meine Sachen selber nähen können will.
Ich war total überzeugt: „Nein! So Basictops zum drunterziehen, da lohnt sich der Aufwand nicht. Oder Leggins. Und Jeans! Neverever näh ich `ne Jeans!“

Wie schon so oft in meinem Kathriversum ändern sich die Meinungen ganz schnell.

Deswegen zeige ich euch nun in der nächsten Woche drei Jeans nach dem Schnitt Ginger von Closet Case Files und zwar in der hochgeschnittenen Variante. Die ganzen Hüfthosen nerven mich nämlich! Warum gleich drei? Ganz einfach. Ich hatte einiges an Stretch-Stoffen da, aus denen man „mal ne Hose“ nähen könnte, aber keinen echten Denim. Also gibt es eine halbwegs tragbare Stretch-Muslin, eine tragbare Stretch-Jeans und eine richtige, echte Denim Jeans. Außerdem kann man immer mal ne Hose brauchen.
Jetzt seid ihr alle wahnsinnig neugierig und aufgeregt, oder? 😀

Okay los geht’s: Die erste ist aus Stretch-Denim mit Druck und Goldglitzer… Was auch immer mich bei dem Stoffkauf geritten hat, weiß ich nicht. Ich besitze nämlich kaum bunte Hosen, weil… ach, ich hab so viele gemusterte Oberteile, da müssen Hosen eigentlich etwas ruhiger sein.150322_Ginger_08

Gut, zu einem schlichten Oberteil in creme, braun oder olive könnte ich mir eine Hose aus diesem Stoff schon vorstellen und außerdem könnte sie auch toll zu meinem güldenene Oslo passen.

Ich hatte trotzdem keinerlei Verlustängste beim Zuschneiden dieses Stöffchens und hab mich in die Materie 5-Pocket-Hose eingearbeitet.

Die Anleitung ist echt schon ganz gut, aber noch besser sind die Sewalong Posts. Trotzdem habe ich beim Reißverschluss-Einnähen einige doofe Fehler gemacht und ein paar Dinge erschienen mir auch total sinnlos. Zum Beispiel habe ich nicht verstanden, warum man den Besatz 2 Mal ausschneiden und vor allem beidseitig einnähen soll. Und es war mir auch nicht klar, dass die Ziernaht den Besatz auch befestigt und und und.
Ich glaube, die Art die Heather erklärt, ist für mich persönlich nicht die einfachste. Bei Carmen gibt es dazu ein Tutorial, das einfacher aussieht. Aber ich wollte eben nach Anleitung vorgehen. 🙂

150322_Ginger_07 150322_Ginger_06 150322_Ginger_05

Ich glaube auch, dass dieses Reißverschluss-Ding eine Sache ist, die man einfach einmal verstanden haben muss. Also besser erst mal „trockenüben“!

Als der Reißverschluss dann endlich drin war, habe ich dann die Hose eine Weile ruhen lassen 😉

Die Ziernähte habe ich alle mit einem 3-fach Stich genäht, gefallen hat mir das aber nicht so gut. Wenn Stoff und Garn zu kontrastreich zueinander sind, dann finde ich das einfach nicht schön, man sieht den Mehrfachstich zu stark.
Außerdem: Habt ihr mal ne 3-fach Naht aufgetrennt? Groooßer Spaß!

Es ist auch wirklich schwer, gleichmäßige Nähte zu setzen! Da braucht man wohl wirklich viel Übung. Am Anfang sollte man dann besser eine Garnfarbe aussuchen, die nicht ganz so extrem auf dem Stoff hervorsticht. 😀
Das fiel mir auf, als mein braunes Garn leer war und ich einfach mit einer ähnlichen Farbe weitergenäht habe. 😀150322_Ginger_09

Nachdem ich dann schon so hochprofessionell rumgestümpert habe, hab ich dann erst mal die Arschtaschen weggelassen und einfach schnell mal die Beine zusammengeratscht. Ich war mir nämlich ziemlich sicher: das wird keine Tragehose werden!

Als ich sie dann an hatte, war ich echt überrascht. Die Hose sitzt echt gut! Ein bisschen mehr Platz für den Komfort bräuchte sie schon noch an der ein oder anderen Stelle, aber im Großen und Ganzen sitzt sie wirklich schon gut. Wer hätte das gedacht?
Also habe ich dann wieder hochmotiviert die Arschtaschen reingebastelt. Das geht schon, aber schlauer ist es wirklich, das schon vor dem Schließen der Seitennähte zu machen. Heather hat hier übrigens einen super Arsch-Post zu geschrieben. Wie welche Taschen welche Form betonen. Echt lesenswert!150322_Ginger_03

Bund und Saum waren dann auch zackzack genäht.
Passende Knöpfe finde ich normalerweise immer schnell in meinem großen Vorrat, aber dieses Mal war es echt schwer. Ich hab einfach keine Hosenknöpfe da. Am schönsten sind doch diese echten Jeansknöpfe zum reinhämmern, die hatte ich aber nicht und es war Sonntag. Nach langem hin und her habe ich mich dann für diese entschieden, die ich zwar nicht unbedingt schön finde, aber immerhin passen sie gut zum Stoff. 🙂150322_Ginger_02

Ob ich diese Hose jemals wirklich in der Öffentlichkeit tragen werde? Joaa, bestimmt. Voraussetzung wäre dann aber, dass sie sich noch etwas weitet, denn zum gemütlichen sitzen ist sie dann doch einen Tick zu klein.

Meine nächste Ginger gibt es dann am Sonntag – also bis dann!
Kathrin
trenner1

 

<

p style=“text-align: center;“>SHORTS FACTS
Stoff: Stretch-Jeans bedruckt (buttinette)
Schnitt: Ginger (Closet Case Files)
Verlinkt: MMM

26 thoughts on “{3 Mal Ginger} – Der Testlauf

  1. 1

    Wow, Respekt! Die ist doch super gelungen. Ich bin schon auf deine anderen Varianten gespannt. Liebe Grüße von Claudia

  2. 2
    Fröbelina sagt:

    Ohhh um den Schnitt schleiche ich schon lange herum! Sowas richtig geiles jeanshosenmäßig habe ich nämlich noch nicht gefunden! Aber wenn du sagst sitzt gut dann klingt das wie Musik in meinen Ohren. Sitzt ja auch echt gut, schön wenn man so ein Probeteil tragen kann:) Bin gespannt auf die nächsten 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

    • 2.1
      superkatinka sagt:

      Ja, bei mir sitzt sie gut, hab aber auch zwischendurch schon andere Meinungen gehört 😉
      Ich finde, es ist ein Schnitt für Frauen mit ordentlich Kurven. Würd mich also auch interessieren, wie sie an dir sitzt. 🙂
      Probierst du den Schnitt aus?

  3. 3
    Friederike sagt:

    Ach ja, dieser Satz „Neverever näh ich `ne Jeans“ hätte auch von mir sein können. 😀 Und noch bleibe ich auch dabei, genau weil ich eben keine Lust habe, zwei / drei / vier Hosen zu nähen bis mir eine so gut passt wie die, die ich gekauft habe. Von daher bin ich sehr gespannt, wie dein Fazit am Ende des letzten Posts deiner kleinen Ginger-Reihe aussehen wird.
    Diese finde ich jedenfalls sehr schön, bunt und laut, aber solche Hosen braucht man auch! Ansosnten einfach noch ein schwarzes Basictop dazu nähen. 😉
    Viele liebe Grüße

    • 3.1
      superkatinka sagt:

      Hi Friederike! So im Nachhinein war es gar nicht so aufwändig, shoppen (und eine Hose finden, die gut passt!) dauert auch immer seeehr lange bei mir!
      Bin gespannt, wann du deine erste Hose nähst 😀

  4. 4
    Retroline sagt:

    Sehr schöne Verarbeitung!
    Kompliment und liebe Grüße
    Carolin

  5. 5
    roetsch sagt:

    Gratuliere, für die erste Jeans sieht sie doch schon super aus. Die Knöpfe kannst du ja immer noch durch Jeansknöpfe austauschen. Damit die Knöpfe nicht ausreißen, verstärke ich sie meist auf der Rückseite mit einem kleinen Stückchen Filz oder Leder. Kannst du bei deiner Maschine die Nadelposition verstellen? Dann ist es nämlich ganz einfach, gleichmäßig Nähte zu setzen. Du nähst die zweite Naht mit verstellter Nadel und führst die Außenkante des Nähfüßchens entlang der ersten Naht. Ich bin schon gespannt auf deine anderen Hosen. Bei mir geht das Bund-Annähen leider nicht zackzack, ich brauche ungefähr eine Stunde, bis der Bund fertig ist. Vielen Dank fürs Verlinken und liebe Grüße
    Carmen

    • 5.1
      superkatinka sagt:

      Hallo Carmen, schön dass du schreibst! 🙂
      Oh man, ich bin so betriebsblind, ich wäre im Leben nicht draufgekommen, die Knöpfe im Nachhinein zu tauschen! 😀
      Ich hab auch die Nadelposition verstellt, bei einem 3-Fach-Stich sieht es aber trotzdem nicht so sauber aus. Bei meinen anderen Versionen habe ich dickeres Garn verwendet, da sieht es viel besser aus.
      Wieso dauert denn bei dir der Bund so lange? Passt du da noch etwas an? Ich muss sagen, bei mir steht er etwas ab.
      Liebe Grüße!

  6. 6
    Tüt sagt:

    Ohje, der Stoff ist ja ein bisschen grausig 😀 In meinen Augen, aber wenn er dir gefällt, supi 😉 Die Hose sitzt wirklich gut; gerade bei Hosen bin ich bisher auch extrem vorsichtig, da kann es ja überall unschöne Falten geben, und wer weiß schon, wie man die dann wieder wegbekommt? Aber damit scheinst du ja keine Probleme gehabt zu haben, wie schön! Hast du halt ne Stehhose jetzt 😀

  7. 7
    maxantonia sagt:

    Also der Sitz ist sehr vielversprechend! Am Stoff scheiden sich sicher die Geister :-). Zum RV: Ich habe schon x Hosen genäht und muß jedes Mal nachschauen, wie das mit geht. Ich finde die Anleitung von Heather im Sewalong supergenial, habe es bisher ähnlich gemacht, aber die ist noch einen Ticken besser. Nach dem anderen von dir geposteten Tutorial wird es bei mir nicht so gut, es ist aber so wahrscheinlich nachvollziehbarer, das stimmt. Welchen Besatz muß man einnähen??? Meinst du die Bügeleinlage? Woran du sicher noch arbeiten kannst, ist das Topstitching. So ganz meins ist das ja auch nicht. Aber die Mühe und Geduld lohnen sich schon. Ich glaube, wenn das so ein bißchen schludrig ist, wirkt es auch für Laien homemade. Ich fand das ziemlich hilfreich http://www.cashmerette.com/2015/02/tutorial-6-tips-for-nice-jeans.html.
    Bin gespannt auf die anderen Varianten!

  8. 8
    Mel sagt:

    Na holla, für einen ersten Versuch kann sich das aber definitiv sehen lassen. Nur der Stoff… Hm…. Kommen wir zurück zum Schnitt 😉 ich hab ihn auch schon entdeckt und überlegt ob er richtig für mich wäre. Wo er ja auch an einer Frau mit Rundungen präsentiert wird und wirklich gut aussieht bei den Beispielbildern. Könnte also gut gehen für meine breiten Hüften 🙂 ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Varianten.
    Viele Grüße, Mel

    • 8.1
      superkatinka sagt:

      Haha, echt toll wie mein Teststoff die Masseb spaltet 🙂
      Der Schnitt ist definitiv hüftfreundlich, ich bin auch so ein Kandidat, also Probier ruhig aus!
      Liebe Grüße!

  9. 9
    Lucy sagt:

    Klasse, die sitzt ja wirklich gut! Der Stoff wäre auch nicht so mein Fall 😉 aber es kommen ja noch die zwie anderen Versionen. Der Schnitt scheint wirklich ziemlich überzeugend zu sein, bisher habe ich nur gelungene Gingers in den Blogs gesehen.

  10. 10
    • 10.1
      Wedelblog.de sagt:

      Thank you so much Heather! This was just a trial version. In the meantime I made two more versions: One from striped stretch fabric and one from real denim. I really love your pattern, you did a great job!

  11. 11
    kuestensocke sagt:

    Tolle Erste Variante! Ich finde es gut, dass Du den auffälligen Stoff genommen hast. Passt doch prima für eine Hose. ich finde Jeansnähen mit den vielen STeppnähten schon sehr aufwendig und es ist schon eine echte Übungssache die Steppnähte gerade hinzubekommen. Bin gespannt auf die weiteren Exemplar. LG Kuestensocke

  12. 12
    Susanne sagt:

    Über diesen Schnitt lese ich nur gutes. Und du hast dich mit deiner ersten Version ja schon prima hineingearbeitet ins Thema-toll, da bin ich auf die Varianten gespannt.
    LG von Susanne

  13. 13
    Jessica sagt:

    Echt genial! Toller Stoff und die Hose sieht einfach klasse aus! Richtig gut gelungen!

    Liebe Grüße, Jessica

  14. 14
    Sandra sagt:

    Oh, Deine Ginger ist toll! Und diesen Stoff find ich genial
    Den Arsch-Post muss ich mir genauer anschauen 🙂
    Liebe Grüße
    Sandra

  15. 15
    Chrissibag sagt:

    Hallo Kathrin!
    Ich finde Deine Hose wirklich genial! Toll, wie Du die hinbekommen hast!!!
    Ich trag mich gleich mal als Leser ein! Deine nächste Hose will ich unbedingt sehen! Ich freu mich drauf!!!

    Liebe Grüße
    Christiane

    • 15.1
      superkatinka sagt:

      Hallo Christiane!
      Danke danke danke, so viel Lob, das freut mich total! 😀
      Schön, dass du jetzt regelmäßig bei mir reingucken magst! 🙂
      Liebe Grüße

  16. 16

    […] habe. Heute zeig ich euch Nummero Zwei. Wer meinen ersten Versuch verpasst hat, kann ihn natürlich hier nochmal […]

  17. 17

    […] Ginger eins und Ginger zwei habe ich im örtlichen Stoffladen stinknormalen Denim erstanden. Einfach blau und […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *