Wie man recht schnell Schrägband und Paspeln machen kann.

Bei meinem Mantelprojekt habe ich ja schon von meinem immensen Schrägbandverbrauch erzählt. Dabei hab ich eine tolle Technik gelernt, die euch gerne zeigen will. Ich kannte sie vorher noch nicht und hab mich immer total über den hohen Stoffverbrauch beim Schrägband-herstellen geärgert.

Also los:

Zuerst nimmt man sich ein Stück Stoff und zwar einfach genauso, wie es vom Ballen kommt: rechteckig.

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Dann faltet man ein Quadrat und bügelt die Diagonale um. An dieser Bügelfalte schneidet man das Rechteck auseinander. Man schneidet also quasi eine Ecke ab. Diese Ecke wird dann rechts auf rechts an das Reststück angenäht. Die Nahtzugabe wird auseinandergebügelt.

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Nun erhält man ein Parallelogramm. Dieses dreht man dann um 135° (oder einfach so lange, bis der Fadenlauf im 45°Winkel liegt J).

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Auf der linken Stoffseite wird jetzt die Breite der Schrägbandstreifen eingezeichnet. In meinem Beispiel habe ich 4 cm genommen, aber je nach Projekt (oder vorhandenem Schrägbandformer) geht natürlich auch größer oder kleiner.

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Falls ihr vorher die Stoffbreite nicht genau ausgemessen habt und eure Linien nicht ganz aufgehen, schneidet den Rest einfach ab.

Nachdem alles schön aufgezeichnet ist, legt ihr die Außenkanten rechts auf rechts zusammen und steckt sie so fest, dass die obere Ecke der rechten Außenkante auf die zweite Linie der linken Außenkante stößt.

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Das ist ein bisschen knifflig. Denkt daran, dass die Linien wegen der Nahtzugabe etwas Versatz brauchen – das habe ich zum Beispiel auch vergessen, dann passen die Linien nicht ganz genau aufeinander. Schlimm ist das aber auch nicht, man muss es nur später beim Schneiden wieder ausgleichen.

Nachdem ihr das Parallelogramm dann zusammengenäht hat, könnt ihr euer Schrägband schneiden.

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Super, oder?

Damit es nun auch wie richtiges Schrägband aussieht, dürfen wir noch mal ans Bügeleisen. Ich hab mir einen Schrägbandformer zugelegt, weil mich das 4-fach Bügeln bei der Menge für die gefühlten 1000 Meter Mantel-Schrägband schon bei der Vorstellung daran genervt hat.

Auch hier gibt es einen kleinen Einfädel-Tipp:

Einfach an den Anfang des ungebügelten Bandes einen faden nähen, also kurz reinsteppen und den Faden lang lassen. Diesen Faden kann man dann ganz leicht durch den Schrägbandformer fädeln.

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Nach dem Bügeln sieht das Band dann so aus:

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Wuhuuuu, sag ich da nur! Und weil ich gerade schon so schön dabei bin, kann ich euch auch noch zeigen, dass ich mir im Anschluss auch noch Paspelband selbst gemacht hab.

Ich wollte nämlich unbedingt graue oder orangene Paspel für mein nächstes Kleidungsstück haben und natürlich sofort. Gab‘s aber leider bei meinem örtlichen Laden nicht. Also habe ich mir noch eine Ladung Schrägband gebastelt.

Bei der Paspel darf das Band dünner sein, weil man es ja nicht 4-fach, sondern nur 2-fach umschlagen muss. In meinem Beispiel waren die Stoffstreifen dann 3 cm breit.

Man bügelt sie dann einmal in der Mitte um und legt die Schnur in die Falte.
Es gibt Leute, die etwas von Paspelschnur erzählen, aber mal unter uns: Das ist doch dem Stoff egal, was da für ein Fädchen reinkommt?! Der Faden sollte nur nicht einlaufen und genauso waschbar sein, wie der verwendete Stoff. Ich habe irgendeine Schnur genommen, die ich zuhause hatte, aber Paketschnur oder Wolle tut’s sicher auch. Ich habe sogar gelesen, dass manche Wäscheleine nehmen.

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Um die Schnur einzunähen, nehmt ihr am besten das Reißverschlussfüßchen.

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Das ist schon richtig cool, finde ich! Oder kanntet ihr das alle schon? Oder habt noch viel coolere Methoden dafür?

Und falls ihr euch fragt, was ich mit dem Schrägband und der Paspel angestellt hab…das zeige ich euch morgen.
Schönen Dienstag!

wedelwedel

Kathrin

 

 

 

 

 

7 thoughts on “Wie man recht schnell Schrägband und Paspeln machen kann.

  1. 1

    Prima. Danke für die Tipps. Das werde ich demnächst auch brauchen.

  2. 2
    Grimmskram sagt:

    Danke für die Nähtipps. Ich hab das zwar schon mal irgendwo gelesen, aber schon wieder vergessen. Da ich demnächst Kissen nähen will, ist vor allem die Idee mit der Paspel gerade sehr hilfreich!
    LG Jutta

  3. 3
    Tüt sagt:

    Das mti dem Schrägband hab ich auf meiner Recherche auch gefunden, mich aber gefragt, ob dann die Nähte nicht aufdröseln wenn im letzten Schritt alles geschnitten wird?

    • 3.1
      superkatinka sagt:

      Nee, das geht problemlos. Man bügelt es ja gleich um und wenn man das Band verarbeitet, näht man ja auch noch mal drüber.

  4. 4
    Starky sagt:

    Super Idee.
    ich hoffe ich kann mich noch daran erinnern, wenn ich das nächste Mal Schrägband brauche 🙂
    LG Starky

  5. 5
    Fröbelina sagt:

    Booooah da hast du dir ja richtig Mühe gegeben! Die Technik kannte ich, aber noch niemand hat sie so schön erklärt! Echt klasse! Und jetzt bitte die Paspel in Aktion! ich bin soooo neugiereig 😀
    Liebe Grüße
    Katharina

  6. 6

    […] habe ich auch mein selbstgemachtes Schrägband und die Paspel von gestern eingesetzt. Die Paspel ist nicht vorgesehen, aber ich wollte ein bisschen den Schwierigkeitsgrad […]

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