V1419 Sewalong #3 – schneiden, unterfüttern, Schrägband basteln

Ist es nicht unglaublich, wie viel Zeit beim Nähen man mit nicht-nähen verbringt

In meinem Fall waren das jetzt echt viele Stunden fernab der Maschine mit 3 verschiedenen Stoffen, die alle geschnitten, geheftet, gebügelt, gefaltet und markiert werden wollten.

Leider hab ich von dem ganzen Stoffberg kein Vorher-Bild gemacht, aber Zahlen sprechen ja auch für sich.

3,5 m Oberstoff (Wolle) – davon sind 0,5 m geplanter Ersatz gewesen, falls etwas ganz furchtbar schief läuft.

2,5 m Unterfutter (Polyester-Mischgewebe)

2 m Kontraststoff für Taschen und Schrägbänder

8 Meter Stoff für nur ein einziges Mäntelchen – Krass, oder? Falls jemand tolle Ideen für die Reste hat – immer her damit!

 

Zunächst hab ich alle Teile vom Oberstoff zugeschnitten sowie die Teile, die unterfüttert werden.

Hier hab ich etwas dazugelernt, nämlich den Unterschied zwischen füttern und unterfüttern. Im Vorfeld bin ich nämlich wie eine Blöde über den Stoffmarkt gelaufen, um einen riiiiichtig dicken Stoff zu finden, weil der Mantel laut Beschreibung nicht gefüttert werden kann.
Gut, mein Wollstoff ist nun nicht der dickste, aber mir war das dann auch irgendwann egal. Zuhause hab ich dann festgestellt, dass man den Mantel zwar wirklich nicht füttern, aber dafür unterfüttern kann.

Wie so ein kleines Wort manchmal den Unterschied macht 🙂

Beim Füttern ist es so, dass man das Kleidungsstück von innen „schick“ macht, wie z. B. bei meinem Peony:

Colette Patterns Peony
Man näht das Kleidungsstück einfach noch mal aus Futterstoff und verbindet beide Teile an einem oder zwei Stellen. Beim Peony waren das Halsausschnitt und Armlöcher.
Von Innen sieht man dann keine hässlichen Nähte mehr und das Kleidungsstück wird etwas wärmer, blickdicht und Röcke schubbern sich nicht mehr am Bein hoch.

Unterfüttern hingegen macht nur blickdicht und wärmer, die Nähte sieht man innen trotzdem. Hier werden nämlich alle Teile doppelt zugeschnitten und direkt zusammengeheftet. Nach dem Heften behandelt man sie dann wie ein Teil und näht das Kleidungsstück ganz normal nach Anleitung.
Praktisch, oder?

141103_V1419_02

Allerdings ist unterfüttern ordentlich mehr Arbeit, denn das Heften sollten man besser per Hand machen. Dabei ist es wichtig, dass die beiden Teile ganz flach aufeinander liegen. Auf der Couch lümmeln und gemütlich nähen ist also nicht. Als kleiner Trost darf man hässliche große schiefe Stiche aus knallbuntem Garn machen, denn man muss die Heftung ja auch wieder gut (und schnell) aufkriegen.

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Für den Mantel habe ich bestimmt 5 Stunden lang geheftet, verteilt über drei Abende.

Als ich das dann erledigt habe, hab ich mindestens genausolang Schrägband geschnitten und gebügelt. Die Technik, die dabei vorgeschlagen wird, ist super. Trotzdem ist es einfach unheimlich zeitintensiv.

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Nach diesen ganzen Vorbereitungen habe ich dann endlich endlich endlich mit dem Nähen beginnen können. Juhu!

Sehr aufregend war das, sag ich euch!
Durch meine 3 Probemäntel ging es auch wirklich recht leicht von der Hand. Die grundlegenden Nähte kennt man dann ja schon quasi blind. Neu war nur, dass alle Säume mit dem zuvor hergestellten Schrägband eingefasst werden.

Das war jetzt nicht sonderlich schwer, aber leider nicht perfekt machbar. Sobald das Band nämlich die Nahtzugabe eingeschlossen hat, legt man alles seitlich an und steppt eine sichtbare Naht parallel zur eigentlichen Naht. Leider sind diese von außen schönen Nähte innen bei mir schief und schepp. Da kann ich wohl nicht verstecken, dass der Mantel selbstgenäht ist. Aber will ich ja eigentlich auch gar nicht.

Zuerst wollte ich diese sichtbare Naht mit schwarzem Garn nähen, aber habe mich dann doch ziemlich schnell umentschieden und ein Grau verwendet. So sieht man es auch innen nur, wenn man wirklich gezielt nach den Nähten schaut. Und wer macht das schon?

Nun fehlen noch wichtige Kleinigkeiten, wie Taschen, Knöpfe und Knopflöcher, sowie Abschlüsse.
Die sind nun in den nächsten zwei Wochen dran und dann kann ich hoffentlich meinen ersten selbstgenähten Mantel stolz tragen.

Es bleibt also weiterhin spannend 🙂 Drückt mir die Daumen, dass ich nicht beim Taschen-reinschneiden ausrutsche und alles kaputtschneide!

Bis bald wedel

 

 

4 thoughts on “V1419 Sewalong #3 – schneiden, unterfüttern, Schrägband basteln

  1. 1
    Fröbelina sagt:

    Oh man, was eine Arbeit! Da kann der Mantel ja eigentlich nur superklasse werden! 🙂 Ich bin echt gespannt! 🙂 Viel Erfolg mit den Taschen, ich habe am Sonntag mit der Overlock in meine fast fertige Jeans geschnitten! Das war eine Freude 😀 Ich hoffe bei dir klappt das besser 😉
    Liebe Grüße
    Katharina

    • 1.1
      superkatinka sagt:

      Oh nein, wie ärgerlich! Hast du sie wenigstens noch retten können?

      Schauen wir mal, ob ich den Feinschliff noch superklasse hinkriege 🙂
      Für die Taschen muss ich mir nämlich besonders viel Zeit nehmen, damit sie am Ende auch gleich hoch sind 🙂
      Danke fürs mitfiebern!

  2. 2
    Tüt sagt:

    Supi supi! So viel Arbeit, du wirst den Mantel nie wieder ausziehen 😀 Damit es sich lohnt.
    Ich finde ja sowieso, dass nähen eigentlich das falsche Wort ist. meistens ist man länger mit Anleitung aussuchen, Stoff aussuchen, Schnittmuster abpausen/zusammenkleben, SChnittmuster übertragen, Stoff ausschneiden, vorbereiten beschäftigt als mit dem eigentlichen Nähen.

    • 2.1
      superkatinka sagt:

      Genau, ich werd ihn auch im Sommer tragen – zumindest überm Arm 😀

      Wir sollten uns mal überlegen, „Nähvorbereitungen“ als eigenständiges Hobby anzusehen!
      Soll ja auch Leute geben, die nur Stoffe kaufen und andere Leute bitten, sie zu vernähen. 🙂

      Danke für deinen lieben Kommentar!

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