Gabriohhhh-lala-lah!

Welche Jahreszeit ist am besten geeignet für Maxiröcke?

Wenn ihr mich fragt: ALLE! Und Gabriola von Sewaholic ist einfach wahnsinnig schön! Echt, ich finde den Schnitt super. Und ich kann das sogar erklären: Die meisten Maxiröcke haben oben einen engen, gerafften (Gummi-)Bund und werden dann direkt weit. Was bedeutet, sie tragen mächtig auf. Wenn dann das Röckchen nicht genau auf Taille sitzt oder wenigstens exakt auf der Hüfte, sieht man schnell wie ein Quadrat aus. Guido Maria Kretschmer würde Martha Quadrata sagen, aber das ist sicher urheberrechtlich geschützt.
Gabriola ist da schlauer. Der Rock sitzt in der Taille und ist knall eng bis zur Hüfte und daaaaann geht’s los. Zeigt Figur, kaschiert den Arsch. Herrlich, Ladies!

Jetzt kommen wir wieder zu meinem alten Problem…das war doch hier die Selbsthilfegruppe oder? Mein Name ist Kathrin und ich bin wahnsinnig.
Ich habe mich vorher sehr genau über den Schnitt informiert und bin auch über ein Sewalong auf dem Sewaholic-Blog gestoßen. Wunderbar, denn dort wurde beschrieben, wie unsagbar unspaßig es ist, den Rock aus Chiffon zu nähen, weil man ihn dann komplett unterfüttern muss. Aber weil es da draußen wohl unsagbar viele Chiffon-Horsts gibt, schreibt Caroline trotzdem einen netten Beitrag und erklärt die Unterfütterung.
Und während ich diesen Beitrag so lese…ratet mal, was bei mir ankommt?

Genau:
Juhuuuuu – Ich brauch unbedingt einen Gabriola aus Chiffon, und zwar vollunterfüttert! wedel

Nicht lustig. Ich habe geflucht. Richtig und ausdauernd.
Der Zuschnitt ist ja schon jedes Mal ein Heidenspaß, weil alles verrutscht. Macht nix, muss ja nicht so genau sein, ist ja ein Maxirock mit super viel Stoff.
Dann dachte ich, ich könne der Overlock beibringen, wie man Chiffon versäubert. Soll theoretisch auch gehen. Vielleicht mit einem hochpreisigen Gerät, ich habe nur ein Einsteigermodell.
Forget it.
Die Overlock hatte auch an dem Tag keine Lust, mir sind mindestens 3 Nadeln abgebrochen. Natürlich Microtex, die sollen ja auch sowas von ungeeignet sein für Chiffon, klar brechen die ab. (Hä?)
Nächste Idee war, mit normaler Nähmaschine erst alle Kanten mit dem Rollsaumfuß zu säumen und dann im Anschluss die Teile zusammenzunähen.
Ey, aber ehrlich: Ich hab doch jetzt eine Overlock und die soll doch dann gefälligst auch ihren Job tun!
Also hab ich mal ganz gepflegt auf die Nahtzugabe geschissen und die Teile durch die Overlock mit Standard-4-Fädenstich gejagt und direkt zusammengenäht. Ist ja dann schließlich auch versäubert.

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Nach diesem Kampf habe ich mich dann echt wahnsinnig auf den Zuschnitt mit dem Futter gefreut, denn das ist immerhin ein bisschen dicker. Und es war im Vergleich wirklich traumhaft, das Futter zu nähen! Zackizacki!

Nicht lustig war, dass ich beim Futter gemerkt hab, dass ich diverse Teile (es ist aber auch echt viel Stoff, den man bändigen muss!) falsch zusammen genäht hab. Aber den Chiffon hätte ich nicht mehr heil auf bekommen und hätte dann zurückschneiden müssen. Ob es das insgesamt dann besser gemacht hätte, wage ich zu bezweifeln. Und der Reißverschluss war ja auch schon drin.
Sagen wir mal so: Ich hab’s beendet, um es beendet zu haben.

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Bei der Anprobe habe ich einen sehr dezenten Daumen nach unten von meinem Herzallerliebsten bekommen. Erstens mag er keine Maxiröcke. Gut, kein Mann mag Maxiröcke, zumindest habe ich selten einen Mann im Maxirock gesehen. Zweitens, und viel entscheidender: Der Rock ist bis zur Hüfte knall eng und Chiffon verzeiht nichts. Ich kann ihn natürlich mit einem Top drüber tragen, dann sieht man allerdings nichts vom tollen Schnitt obenrum. Und außerdem macht das dann dick. Traurig ist das.

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Und dann muss ich ganz ehrlich zugeben, dass er auch nicht so toll verarbeitet ist. Der Stoff hat mich echt fertig gemacht, ich muss mir noch mal Zeit nehmen und eine bessere Chiffon-Vernäh-Strategie austüfteln. Denn seien wir mal ehrlich, wir wissen doch alle, dass ich die Finger eh nicht von diesen feinen Stoffen lassen kann.

Ob ich noch mal einen Gabriola nähen werde? Aktuell sage ich nein, aber ich bin mir sowas von sicher, dass ich trotzdem bis zum nächsten Sommer 3 davon im Schrank haben werde. Wisst ihr auch warum? Weil ich ihn den Schnitt einfach Hammer finde. Haha!

 

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Dieses Stück ist also leider wirklich nur für dieses Foto angezogen worden. Richtig Gutes Zeug gibt’s aber wie immer beim Me Made Mittwoch!

 

Der Artikel ist auch in us verfügbar.

12 thoughts on “Gabriohhhh-lala-lah!

  1. 1
    Tüt sagt:

    Hallöchen!
    Wie ärgerlich, dass dir der Stoff so zu schaffen gemacht hat! Das Muster ist aber auch wirklich schön, in den hätte ich mich auch verliebt. Ich habe nun leider keine Reanimationsvorschläge für das Teil, bin da nicht so versiert. Aber so, wie du ihn trägst, finde ich nun nicht, dass er absolut schrecklich aussieht. Die Kombination mit weiß gefällt mir, und für sowas unaufgeregtes wie einen lauen Sommerabend finde ich ihn völlig in Ordnung. Aber man selsbt ist ja immer am kritischsten, von daher … 😉

  2. 2
    Schlawuuzi sagt:

    mir gefällt er. und zumindest auf dem Foto wirkt das enge oben jetzt nicht zu knackig.

  3. 3
    Fröbelina sagt:

    MAn man man was ne Geschichte 😀 Sehr lustig beschrieben dein Leidensweg! Aber ich mein was soll’s? Passiert halt, der Rock sieht trotzdem toll aus, also weiter zum nächsten 😉
    Liebe Grüße
    Katharina

  4. 4
    Nicole sagt:

    Sieht hübsch aus, eigentlich gar nicht so eng wenn du ihn anhast, oder? Ich kenne das Horten von Seide auch, sie ist so schön, aber man erstarrt vor Ehrfurcht fast und vernäht sie dann doch nicht.

  5. 5
    griselda sagt:

    Ach, Chiffon.
    Das ist halt Teufelszeug.
    Aber es gibt ein paar Tricks die ihn bändigen: Du kannst ihn im Wäschestärke einlegen und dann vernäht er sich nach dem Trocknen wie Baumwolle. Kein Verziehen, nichts. Ich hab da neulich was drüber geschrieben.
    Aber um französische Nähte kommst du nicht rum, durch die leichte Transparenz schauen Overlocknähte immer bescheiden aus.
    Schade um den tollen Stoff- vielleicht bekommt er eine Zweitchance wenn du trennst?

    • 5.1
      superkatinka sagt:

      Danke für den Tipp mit der Stärke! Das hab ich schon ein paar Mal gelesen, aber noch nicht ausprobiert. Wie Baumwolle vernähen, wäre ja schon traumhaft.
      Danke für deinen lieben Kommentar!

  6. 6

    Ach menno, dieses doofe Chiffon-Zeugs. So von der Farbe und dem Muster ist der Rock nämlich klasse. Aber ich finds gut, dass du dich nicht davon abhalten lässt, noch mehr Gabriolas zu nähen, der Schnitt ist nämlich klasse 😉
    Vielleicht wäre „unterfüttern“ /underlining tatsächlich auch eine Möglichkeit, Chiffon in den Griff zu bekommen. Also nicht einen extra Futterrock zu nähen, sondern jedes einzelne Teil erst aus Ober- und Futterstoff zuschneiden, dann (ggf. per Hand) Ober- und Unterstoff für jedes Schnittteil zusammenheften und zuletzt diese gedoppelten Teil wie eins zu behandeln. Ich hoffe, das ist verständlich.

  7. 7

    Ich liebe ja maxi Röcke und mein Mann findet sie gut. Bei Hautengen Röcken trage ich auch mal was figurformendes drunter. Da fühle ich mich einfach wohler. Auf den kleinen Fotos, die ich an meinem Handy sehe sieht der Rock jedenfalls gut aus. Der Stoff gefällt mir super. Wenn du den Rock wirklich nicht trägst, würde ich versuchen den Stoff anderweitig wieder zu verwenden.

  8. 8

    […] und ich hab noch eine Vollpfosten-Geschichte zum Besten zu geben: Wisst ihr noch, wie ich beim Gabriola Skirt am Chiffon verzweifelt bin und den Rollsaum schlicht und einfach nicht hinbekommen hab? Meine […]

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